Osternacht

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Die Osternacht, die Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag, gilt als die wichtigste Feier im gesamten Kirchenjahr.

Man gedenkt der Auferstehung Jesu von den Toten durch die Weihe und das Abbrennen der Osterkerze: Christus ist das wahre Licht, das in diese Welt gekommen ist.

Die Ostervigilfeier beginnt vor der Kapelle mit dem Osterfeuer. Das Feuer, das durch zwei Feuersteine entfacht wurde, wird von Priesterhand gesegnet und beweihräuchert. Im Dunkel der Nacht wird uns das Geschehen der Auferstehung bewußt näher gebracht.

Nach dem Entzünden der Osterkerze, nach dem dreimaligen «Lumen Christi», wird das feierliche Exultet durch den Diakon gesungen.

Die Weihe des Osterwassers und des Taufwassers ist in die Osterliturgie mit eingebunden und ist alljährlich eine ergreifende liturgische Handlung, die durch die lateinischen Gesänge abgerundet wird.

Die eigentliche Meßfeier beginnt in dieser Nacht nach einer Vielzahl von liturgischen Handlungen (Osterfeuer, Exsultet, Lesungen, Wasserweihe, Allerheiligenlitanei) gekennzeichnet und läßt das Geschehen durch das feierliche «Gloria in Excelsis Deo» und das dreimalige Alleluja in eine wahre innere Osterfreude im Herzen aufsteigen.

Diese Form der Liturgie hat ihren Ursprung in der ersten Zeit des Christentums. Vor allem die Entfachung des Feuers nimmt da einen ganz besonderen Platz ein. Heute noch – während der Osternacht der orthodoxen Kirche in Jerusalem – geschieht das Phänomen des Heiligen Feuers! In der Osternacht, in der eigentlichen Grabkapelle, wird plötzlich ein übernatürlich entstehendes Lichtfeuer entfacht. Um jeglichen Mißbrauch auszuschalten, begleiten Polizisten den in liturgischer Kleidung erscheinenden Priester – mit beiden Händen von zahlreichen Kerzen bestückt –, und erfahren mit Schaudern, daß die Kerzen des Priesters auf unerklärliche Weise plötzlich brennen. Das Wunder des Osterlichtes! Die Geschichte des Osterlichtes ist seit dem 8. Jahrhundert durch Kreuzfahrer im Westen bekannt gemacht worden.